Dienstag, 23. Februar 2016

Kreativtext ( Gedankenranken)



Denkanstoß

Tausende Stimmen. Von überall her brasseln sie auf mich ein, wie ein nicht zu ende gehender Regen. Jeder schien mit einer anderen Person an einem weit weit entfernten Ort unbedingt reden zu müssen. Ihre schwarzen Anzüge ließen sie wie die Klone ihrer Mitmenschen wirken. Niemand bemerkte mich. Niemand lächelte, kleine Schweißperlen bildeten eine funkelnde Kette aus Stresshormonen auf der Stirn der Anzugträger.
 Sie hatten keine Namen, sie hatten Berufe. 
Sie hatten keine Persönlichkeit, sie hatten Zeitmangel .
Sie hatten kein Privatleben, sie hatten Facebook und Instagram.
 Sie hatten keine Freizeit, sie hatten Warteschleifen.
 Ich blieb stehen, um zu genießen. Die meisten werden sich nun fragen was man am Frankfurter Hauptbahnhof genießen kann. Man kann genießen, dass du noch nicht zu einem Schatten deiner selbst geworden bist. Du kannst genießen, das du noch Freunde und nicht nur Kollegen hast. Keiner raucht wie die grauen Männer aus Momo, sie leben Vegetarisch und Vegan. Es hilft ihnen auch nicht aus ihrem Trott zu kommen. Sie zeigen keine Emotionen, sie teilen Emogies. ich gehe weiter. Langsam verschwinden die Anzüge und lösen sich mit der jüngeren Generation ab. Schwarze Leggins, Nike Schuhe, weißes Top und Lederjacke. Es gibt kein einziges Teil auf dem kein Vogel, Haken oder Krokodil prangt. Ihre Gesprächsthemen sind belanglos. Mein Marsch liegt hinter mir. Fünf Stockwerke pures Wissen und Freude liegen vor mir. Gebundene Seiten und reichlich Druckerschwärze fülle sie Regale. Jemand tippt mir auf die Schulter:" Arbeiten sie hier?"
" Nein, ich genieße."

Weißt du wo ich bin?

Ich habe nichts gegen Vegetarier und Veganer oder Nutzer von zb. Instagram
. Ich möchte nur mit diesem Text darauf aufmerksam machen, dass es kaum noch individuelle Menschen gibt, da sich die meisten  dieser einen bestimmten Norm anpassen wollen.



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